Ausstattung der Praxis für Strahlentherapie in Landau

Die Praxis ist mit folgenden Therapiegeräten ausgestattet:
Linearbeschleuniger VARIAN Clinac iX mit MLC-Kollimator Millenium 120
Bildgebung: Portal-Imaging-Einheit und kV-Conebeam-CT
Planungssystem: ECLIPSE
Spezialtechniken: IMRT, IGRT, Rapid-Arc, Atem-Gating

Computertomograph (CT) PHILIPS Brilliance 16 mit 4D-Funktionalität


Die bisher übliche Form der Strahlenbehandlung arbeitet mit Bestrahlungsfeldern, über deren Querschnitt die Dosis gleich verteilt ist. Die intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) ermöglicht den Übergang auf abgestufte Bestrahlungsfelder. Die Dosis kann für eine bestimmte Strahlrichtung dort reduziert werden, wo eine Risikostruktur innerhalb des Bestrahlungsfeldes liegt. Die aus dieser Strahlrichtung im Zielvolumen fehlende Dosis kann dann aus einer anderen Strahlrichtung ausgeglichen werden. Man benötigt dann zwar sehr viele Bestrahlungsfelder und die Erstellung eines Bestrahlungsplanes ist extrem aufwendig.

Aber mit der IMRT kann die Dosis innerhalb des Zielvolumens gesteigert und damit bei vielen Erkrankungen erfolgreicher behandelt werden. Gleichzeitig kann außerhalb des Zielvolumens schonender bestrahlt werden. Es können also Nebenwirkungen reduziert werden. Dadurch ergeben sich ganz neue Ansätze in der Tumorbehandlung und eine Strahlentherapie kann in vielen Fällen eingesetzt werden, die früher ausweglos schienen. Die Anwendung der IMRT setzt nicht nur die technische Ausstattung voraus, sondern erfordert viel Erfahrung.

Besondere Einsatzgebiete für die IMRT sind die Behandlung von:

  • Prostatakarzinom
  • Kopf-Hals- und Schädelbasistumore
  • Beckentumore
  • Sarkome
  • Mammakarzinom in schwierigen Fällen (z.B. bei Trichterbrust)
  • Wiederbestrahlung nach vorangegangener Strahlenbehandlung

Voraussetzung zum Einsatz der IMRT und Rapid-Arc-Technologie ist, dass das Zielvolumen sich während der Bestrahlung exakt in der richtigen Position befindet.Hierzu ist es in vielen Fällen erforderlich, vor jeder Bestrahlung die exakte Position zu überprüfen. Bei der Bestrahlung der Prostata beispielsweise war es bisher nur möglich, die Lage der Knochen mit zweidimensionalen Therapieaufnahmen zu überprüfen. Man behalf sich mit röntgendichten Markern, die vom Urologen über den Enddarm in die Prostata eingebracht werden mussten.
Daher haben wir den Linearbeschleuniger mit einem sogenannten Cone-beam-CT ausgestattet. Das ist ein Computertomograph, der mit dem Bestrahlungsgerät verbunden ist, und die Erfassung dreidimensionaler Bilddaten vor jeder Bestrahlung ermöglicht. Die Lage der Prostata kann nun 3-dimensional mit einem guten Kontrast gegenüber Blase und Enddarm millimetergenau ermittelt werden. Die Bestrahlung erfolgt dann erst nach entsprechender Korrektur, falls erforderlich. Eine solche bildgeführte (im Angelsächsischen „Image guided radiotherapy“ oder kurz IGRT genannt) Bestrahlung revolutioniert natürlich nicht nur die Behandlung des Prostatakarzinoms sondern kommt auch bei vielen anderen Erkrankungen zum Einsatz. Aber gerade hier kann den Betroffenen vielfach die Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen genommen werden und häufig eine mindestens gleichwertige Alternative zu einer Operation angeboten werden.

Unsere Praxis hat einen Linearbeschleuniger der neuesten Generation mit „Rapid-Arc-Technologie“ in Betrieb genommen. Dank der großen Erfahrung des gesamtan Teams mit der IMRT, konnte diese neue Technik im Gegensatz zu vielen anderern Einrichtungen, die diese Therapiemöglichkeit erworben haben, innerhalb weniger Wochen etabliert werden. Diese neue Technik macht die Strahlentherapie sehr viel schneller und vielseitiger.

Die Strahlentherapie hat sich seit vielen Jahren in der Krebstherapie bewährt. Präzisionstechniken waren bisher jedoch extrem zeitaufwendig und der Patient muss während der Behandlung lange still liegen. Im Gegensatz dazu erfolgt die Rapid-Arc-Bestrahlung in einer einzigen 360-Grad-Drehung des Strahlerkopfes. Die Form des Bestrahlungsfeldes und die Strahlintensität passen sich während der Behandlung ständig der Form und Lage des Tumors an. Die Besonderheiten dieser Technik veranschaulicht ein kurzer Film, der uns freundlicherweise von der Firma Varian zur Verfügung gestellt wurde.

Die „Rapid-Arc-Technologie“ ist damit die erste Bestrahlungsform, die im Vergleich zu ihren Vorgängern die Präzision verbessert und gleichzeitig die Bestrahlungszeit verkürzt. Zwar müssen die Patienten auch hierbei still und präzise liegen, aber nur noch zwei bis drei Minuten. Bei der gleichzeitigen Radiochirurgie mehrerer Hirnmetastasen beispielsweise ist sie bis zu 30 mal schneller als mit den bisherigen konventionellen Bestrahlungsmethoden.

Die „Rapid Arc“-Technik kann selbst in schwierigsten Situationen schonend eingesetzt werden, insbesondere dann wenn mit konventionellen Techniken keine befriedigende Dosisverteilung erzielt werden kann.
Hier sind vor allem zu nennen:

  • erneute Bestrahlung nach vorangegangener Bestrahlung
  • mehrere Metastasen z.B. des Gehirns
  • Dosissteigerung z.B. bei Prostatakarzinom
  • Schonung von Risikoorganen in besonderen Situationen (z.B. Einzelniere)…